Dankbarkeit versus Neid
Das Erntedankfest ist eine wunderbare Gelegenheit innezuhalten, um Gott Danke zu sagen.
Ich konnte schon einige Tomaten, Himbeeren, Gurken und Kürbisse aus unserem Garten ernten und genießen.
Wir danken Gott für die Gaben und die Ernte, die er uns schenkt. Gott spart in seiner Versorgung und Vielfalt nicht. Jede Obst- und Gemüsesorte hat eine andere Form, schmeckt anders und riecht anders.
In der Ernte sehen wir die überaus großen Segnungen Gottes!
Bei meiner letzten Predigtvorbereitung beschäftigte mich die Frage: Wie gehen wir mit den Segnungen Gottes um? Mit Dankbarkeit? Mit Genügsamkeit?
Und wie geht es uns, wenn andere mit dem beschenkt und gesegnet werden, was wir uns vielleicht wünschen?
Hier könnte Neid ins Spiel kommen.
Es kommt schleichend leise, nicht laut, hat aber zerstörerische Kraft.
In Sprüche 14,30 steht: Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, aber Eifersucht/Neid ist Wurmfraß (oder Eiter) in den Knochen
Neid frisst von innen, zerstört, raubt Frieden, nimmt Freude und Dankbarkeit von uns.
Neid beginnt im Vergleichen und endet in Zerstörung (vgl. dazu die Geschichte von Kain und Abel).
Jakobus sagt in seinem Brief in Kapitel 3,16: Denn wo Neid und Streitsucht ist, da ist Zerrüttung und jede schlechte Tat.
Der deutsche Dichter Wilhelm Busch sagte einmal „Um Neid ist keiner zu beneiden“
Uns allen ist bewusst, dass Neid nichts Gutes bewirkt.
Neid ist auch ein versteckter Protest gegenüber Gott.
Neid sagt in der Tiefe: „Ich bin nicht zufrieden mit dem, was Gott MIR gegeben hat. Ich bin nicht zufrieden mit dem, was Gott dem ANDEREN gegeben hat. Ich komme damit nicht klar, dass Gott den anderen so sehr segnet und liebt.“
Neid zweifelt an Gottes Güte, an Gottes Weisheit, an Gottes Souveränität. Sie zweifelt Gottes weise Verteilung an.
In Psalm 73 sehen wir einen Mann, der mit Neid zu kämpfen hatte. Asaph schaute nach rechts und nach links. Er beobachtet Menschen, die Gott verachten, die nicht glauben, die überheblich sind und Böses tun. Er sieht, dass es ihnen gut geht, dass sie erfolgreich sind, dass sie versorgt sind, dass sie gesund sind – Ihm aber ging es nicht gut.
Er vergleicht sich, sein Herz gerät in Unruhe und er leidet sehr.
Doch dann kommt der Wendepunkt in V.17 – Er ging in das Heiligtum Gottes! Dort schaut er nach oben zu Gott. Er sieht:
- Gott ist mächtig
- Gott ist gerecht
- Gottes Verteilung ist weise
- Gottes Wege sind gut
- Gott hat einen weisen Plan
- Gottes Versorgung in meinem Leben reicht aus
- Gottes Gnade in meinem Leben ist genug
- Gott gibt mir Halt
- Gottes Nähe ist beglückend
- Er ist das, was ich brauche
Neid schrumpft, wenn Gott groß wird.
Ich wünsche uns einen gehobenen, dankbaren, vertrauensvollen Blick zu Gott und die tiefe Erkenntnis: Er ist alles, was ich brauche.
Herzliche Grüße,
Felix Binefeld
